Das Gut Widdauen liegt an den Stadtgrenzen zu Monheim
und Leverkusen Hitdorf. Es sei immer schon ein Klostergut gewesen,
mutmaßt man, weil es eine Urkunde gibt, in der es als "schon immer
Eigentum der Kirche" bezeichnet wird. Dass die Urkunde von einem des
Lesens und Schreibens nicht mächtigen Königskind stammt und der
begünstigte Klosterabt sein Onkel ist, stört einen Historiker natürlich
nicht. Da fragt man sich, wieviel Blauäugigkeit in einem Historiker
steckt: |
Warum beurkundet man, was einem sowieso schon immer
gehörte? Warum gibt es ein ganzes Kapitel über Urkundendelikte im
Strafgesetzbuch oder ein Grundbuch, wenn man früher nicht mittels
Urkunden enteignet hätte? Das Mittelalter kannte zudem keine unabhängige
Gerichtsbarkeit, sondern nur zwei Mächte, die Kirche sowie den Hochadel.
Zu allem Überfluss gab es zudem eine Familie aus mittlerem
Adel im früheren Galkhausen, die sich immer um Widdauen bemühte. Warum wohl? |