Gut Langfort

 

Zurück



Das Gut Langfort geht mutmaßlich ebenfalls auf eine Motte zurück. Bei Bauarbeiten in den sechziger Jahren des 20. Jahrhunderts fanden sich Flechtreisigbündel, wie solche ausgelegt wurden, wenn ein mooriges und sumpfiges Gelände ansonsten keine Bebauung zuließ. In diesen Fällen wurden in dicken Lagen Reisigbündel ausgelegt, ausgespart natürlich bei Turmhügelburgen die Gräben der späteren Anlage. Anschließend wurden diese Gräben noch vertieft und deren Aushub zu Wällen rund um eine Besiedlungsfläche aufgeworfen. Diese selbst war dadurch mit Graben und Wall geschützt, wobei der Wall häufig noch durch eine Palisade gekrönt wurde. Wachtürme an den Eckpunkten sowie ein separater Hügel für den Hausherren (der eigentliche Turmhügel), ebenfalls noch von einem Wassergraben umgeben, vollendeten dann das Ensemble. Meist übrigens umschloss die Vorburg den eigentlichen Turmhügel nierenförmig (wie ein dicker Halbmond). In den Fällen zweier Vorburgen lag der Turmhügel in der Mitte, wie mutmaßlich bei der Motte Schwanenmühle im Stadtteil Wiescheid, wobei hinsichtlich dieser sogar noch eine dritte Vorburg in südwestlicher Richtung vernutet wird.
     
Landschaft im Further Moor, ein sichtbar schlechter Baugrund Reisigbündel
Solche Reisigbündel, wie links im Bild, wurden in moorigen Gegenden als Unterlage benutzt und haben dem Gut wie dem späteren Stadtteil "Langfort" wohl mit zu seinem Namen verholfen. Lancquit, Lancwaden könne man nämlich in Richtung langer Reisigbündel interpretieren, vermutete bereits Langenfelds Hobbyhistoriker Nummer 1, Friedhelm Görgens, in seinem Klassiker "Langenfeld", dem er übrigens mit "Langenfeld 2" ein ebenso kleines Meisterstück folgen ließ.

Das heutige Gut Langfort lag nicht an gleicher Stelle wie die ehemalige Motte, sondern in geringer Entfernung etwa in Höhe des heutigen Schwimmbades. Damit wäre, wie vielerorts, aus einer ehemaliger Turmhügelburg in späterer Zeit ein Rittergut hervorgegangen. In ein solches Gut siedelte man um, wenn nicht in eine steinerne Burg-Nachfolgerin, wie es dies im Stadtteil Wiescheid mit Haus Graven anstelle der Motte Schwanenmühle beobachtet werden kann. Spannende Frage: Gab es womöglich in Langfort ebenfalls eine steinerne Burg, die abgebrochen wurde oder vielleicht sogar durch Kriegshandlungen abbrannte, wie etwa die Hauptburg von Haus Graven? Auch ein Unglücksfall wäre denkbar, wie bei der abgebrannten Dückeburg, die danach als Rittergut wiedererstand. Da Urkunden aus alter Zeit leider Mangelware sind oder sogar erst in jüngerer Zeit durch Bauerntölpel bewusst vernichtet wurden, bleiben hier viele Fragen offen.

     
Uhrturm des Gutes Langfort Das Gut von der Berghausener Straße aus Der "frisch geweißelte" Weißensten, der Weisen Stein? Er steht an der B 8 neben dem Lokal gleichen Namens, direkt gegenüber der ersten Postkutschenstation.

Eine ursprünglich geplante Präsentation des 2004 entstandenen Mottenfilms auf dieser Website kann es leider nicht geben. Neben technischen Problemen in der Umsetzung genügen auch die Qualität des Filmmaterials wie der Kommentare nicht mehr meinen heutigen Ansprüchen. Der auf Basis des Wissens der 3. Auflage begonnene Film aber verhalf mir noch einmal zu neuen Erkenntnissen, die in die jetzt erhältliche vierte Auflage einflossen.
 
Konnte noch nicht überzeugen, war aber ein kleiner Meilenstein: Der Mottenfilm
 

Auf die Seite "Zu Stadt und Autor": Zurück